münchner sozialreferat und wohnungsamt nachts fotografiert


hoppla ! was mir an diesem artikel im wochenanzeiger besonders auffällt, ist der satz

„150 Wohnungslose hätten in der Notunterkunft Zuschlupf gefunden, doch die letzten Jahre kam niemand“

er steht in unmittelbarem widerspruch zur Notsituation der 50000? 100000? auf eine sozialwohnung wartenden und zum Leid der Obdachlosen in München von denen einige schon so verbittert sind daß sie nicht einmal mehr die rauskopierte Belegungsübersicht (Link dorthin weiter unten in diesem Artikel) annehmen weil sie wohnheime grundsätzlich aus Erfahrung heraus ablehnen.
es kam niemand in die notunterkunft……. schlechter journalismus oder bittere wahrheit der typischen münchner fehlplanungen, die dann in klischeehaft sozialpädagogischer manier in internen konferenzen mühsam wieder aufgearbeitet werden (du wir müssen mal drüber reden du)?
gut daß Friedrich Graffe, der zusammen mit anderen doch auch einiges verbockt hat jetzt in Rente ist und von dem frischen Team aus Angelika Simeth und Brigitte Meier abgelöst wird.

hier sehen wir sie im video : auf münchen tv in einem interview auf dem marienhof

und hier in der mediathek des BR in einem studiointerview

bayrische verfassung:Artikel 106 (Anspruch auf angemessene Wohnung; Unverletzlichkeit der Wohnung)

(1) Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung.
(2) Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden.
(3) Die Wohnung ist für jedermann eine Freistätte und unverletzlich.

Die Achtung der Menschenwürde durch den Staat und seine Vertreter ist in Artikel 1, Absatz 1 des deutschen Grundgesetzes (GG) festgeschrieben:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

warum suchen so viele obdachlose in münchen seit jahren eine wohnung und bekommen keine angemessene, sondern müssen sich mit einem platz in einem wohnheim abfinden.
verständlicherweise weigern sich viele ins wohnheim zu gehen:
in vielen dieser wohnheime muß man sich das zimmer unter chaotischen bedingungen mit 4 bis sechs anderen teilen
auch wenn man sich mit diesen anderen nicht besonders gut versteht,
außerdem ist zuwenig raum für die entfaltung der persönlichkeit, für privatsphäre.

dringlichkeitsstufe…im punktesystem in A2LL… ts ts ts ts
wenn 50000 sozialwohnungsantragssteller die MAXIMALE dringlichkeitsstufe hätten, also die dringlichkeitsstufe die ihnen zusteht…..
(in welchen serverräumen ist die gespeichert bzw. da muß irgendwo ein fehler drin sein)

wieviel von der einen milliarde euro jährlichen ausgaben der stadt münchen fürs sozialreferat kommt WIRKLICH bei den hartz4 empfängern und obdachlosen an?
was liegt so auf münchner privatkonten rum…. dagegen dürften die 7,7/2,6/3,8 Milliarden städtischer haushalt relativ läppisch ausschauen…..

die 500 millionen euro für den neubau von 100000 sozialwohnungen wären ein klacks
(auch angesichts eines vergleichs der staatshaushalte : hunderte milliarden werden für sinnlose zwecke ausgegeben)

und außerdem gibt es massenweise als immo-aktien leerstehende bürohäuser,
neu gebaut, voll beheizt und verstromt, die für eine zwischennutzung zur verfügung gestellt werden könnten, ebenso wie die zahlreichen leerstehenden wohnhäuser und industriegebäude.

bei einem bestand von 55000 sozialwohnungen sind jährlich 3500 neu zu vergeben,
stimmen die zahlen auf muenchen.de noch?

vielleicht gibt es einen zusammenhang mit dem worldometer und der ökobilanz

theodizee als satire (bitte nicht blasphemisch verstehen sondern humoristisch, danke): ein Gott am Computer

ich als 1,25 euro-jobber sehe es NULL ein, verpatzte bildungsaufträge und sonstige verantwortungslosigkeit
von hochverdienenden gschaftlhubern tragen zu müssen)
an diese gschaftlhuber: sie kennen die begriffe präventive deeskalation, vorbeugung, prophylaxe und vorsorge schon seit vielen
jahrzehnten…….warum ist dann der ganze mist passiert.
diese frage habe ich übrigens auch dem lieben allgegenwärtigen allwissenden allmächtigen alles hörenden alles sehenden alles riechenden Gott schon tausende male gestellt.

ausgehend von dem jahrelangen stress den mir die obdachlosigkeit von freunden bereitet hat
schreibe ich WIE SETZE ICH ALLE DRINGLICHKEITSSTUFEN SAEMTLICHER SOZIALWOHNUNGSANTRAGSSTELLERINNEN AUF HUNDERT PROZENT
(mehr zu dieser frage im blogartikel „hartz3000 , neuer rekord bei sanktionen gegen arbeitslose“)

bürokratische hürden bzw. mobbing

voraussetzung für sozialwohnung ist aufenthaltsdauer 5 jahre,
wenn der OFW (ohne festen wohnsitz) status gespeichert ist, wird nicht anerkannt
daß soziale dringlichkeit besteht, obwohl der obdachlose jahrelang (sogar länger als 5 jahre)
in münchen war.
sogar die begleitende sozialpädagogin scheitert an bürokratischen fehlern und gibt die
sozialpädagogische betreuung von obdachlosen auf.

im amt für wohnen und migration wird behauptet der antrag für eine sozialwohnung
wäre „nicht mehr da“.

auf telefonische anfrage durch einen sozialpädagogen im wohnungsamt wird ein mißverstandener hintergrund (biografie) des obdachlosen als grund angegeben warum keine höhere dringlichkeitsstufe gegeben werden kann.

problematik: verantwortungslosigkeit, weiterdelegieren anstatt lösen von problemen,
bürokratische strukturen (auch in der informatik) die menschen vereinzeln und ins soziale abseits oder in die vormundschaft drängen, entmündigen, unterdrücken, als einnahmequelle für zuschüsse, gelder und sponsoring aus dem sozialen topf mißbrauchen.

aber bleiben wir trotzdem mal optimistisch:
Die Stadt München, Amt für Wohnen und Migration, sucht zur Unterbringung von wohnungslosen Personen Pensionszimmer im Stadtgebiet München. Vorzugsweise werden Objekte ab mindestens 25 bis maximal 100 Bettplätzen mit Einzel- und Doppelzimmern, möglichst mit eigener Waschgelegenheit/Dusche/WC benötigt. Kochgelegenheiten müssen vorhanden sein.

und es gibt sogar eine belegungsübersicht für freie betten in wohnheimen

nachtrag: so, jetzt war ich mal wieder tags beim wohnungsamt spazieren.
was sofort deutlich wird: das wohnungsamt ist gesichert wie eine burg.
viele securitys von mehreren firmen (?) passen auf. gut gesichert.
es ist nicht möglich einfach so in dem gebäude rumzuspazieren ohne einen bestimmten grund vorweisen zu können,
weil sich da manchmal eben „seltsame leute“ rumtreiben , und aus gründen.

(vielleicht auch leicht angespannte stimmung kurz nach der wiesn, frustration vieler wartender sozialwohnungsantragssteller auf einmal, das gebäude fängt den druck auf ähnlich wie das arbeitsamt in der kapuzinerstraße oder das amt am orleansplatz)

dazu passend im antragsformular auf dem roten zettel :“…..“3. (fett gedruckt)ebenso ist keine aussage darüber möglich, ob bzw. wann Sie mit einem wohnungsangebot rechnen können…… 5.bitte sehen sie von rückfragen nach dem stand der bearbeitung ihres antrags ab. bei der menge der zu bearbeitenden anträge summiert sich die zahl der nachfragen in einem maße, daß eine zügige sachbehandlung stark gehemmt wird“

der gesichtsausdruck der das gebäude durch die offene tiefgarage verlassenden (sachbearbeiterin?)
spricht bände.

hier aber sehr schön: der kleine park hinter dem gebäude, die uralten säulenfragmente mit moos dran,
die ruhe auf dem hinterhof

Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Matea
    Jul 18, 2011 @ 09:54:33

    früher war mal das Wohnungsamt etwas freundlicher, man hatte immer Ansprechpartner und es wurde einem geholfen.
    Heute ist es , als würde man in ein Gefängnis kommen, zu viel Securitys, wobei diese nicht grad kompetent wirken. Auch die Kompetenz der Sachbearbeiter (natürlich gibts auch Ausnahmen) lässt zu wünschen übrig. Ich kenne zwei Frauen die vom Wohnungsamt sowas von schickaniert wurden, obwohl sie Recht auf eine Wohnung hatten. Es wird garnicht auf den Wohnungssuchenden eingegangen, nicht Rücksicht auf dessen Psyche oder Gesundheit oder Grund genommen.
    Es ist schlimm, dass das Wohnungsamt die hilflosen Menschen spüren lässt, dass sie hilflos sind.

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